Reviews

Aus Software-Engineering

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Laut der Definition des IEEE im Standard 1028 ist ein Review ein systematischer Prozess zur Bewertung von Software durch qualifiziertes Personal, das den Prüfling auf die Brauchbarkeit zur Erfüllung des beabsichtigten Nutzens und, die Abweichung von der Spezifikation oder von Standards hin untersucht.

Reviews sind ein nützliches und effizientes Instrument um frühzeitig Fehler zu erkennen.

Inhaltsverzeichnis

Rollen

  • Gutachter: Der Gutachter ist eine Person, die den Prüfling beurteilen kann.
  • Manager: Der Manager ist typischerweise der Projektleiter oder ein Linienvorgesetzter, der das Review initiiert, aber nicht selbst am Review teilnimmt. Er entscheidet, ob die Ziele des Reviews erreicht wurden. Er gibt einen Prüfling also frei.
  • Moderator: Der Moderator leitet und organisiert das Review. Er ist für den ordnungsgemäßen Ablauf der Reviewsitzung verantwortlich.
  • Notar: Der Notar erstellt ein Protokoll der Review-Sitzung.

Ablauf

Ein Review läuft in der Regel folgendermaßen ab:

1. Vorbereitungsphase:

In der Vorbereitungsphase untersuchen die Gutachter den Prüfling und halten ihre Befunden fest. Um sicherzustellen, dass bei der Untersuchung des Prüflings bestimmte Reviewaspekte aufjedenfall betrachtet werden, sollten im Vorfeld den Gutachtern diese Gesichtspunkte zugewiesen werden.

2. Reviewsitung

Die eigentliche Reviewsitzung gliedert sich in mehrere Phasen. Eine Reviewsitzung sollte maximal 2 Stunden dauern. Sollte die Zeit nicht ausreichen ist es zu Empfehlen das Review zu vertagen um es zu einem anderen Zeitpunkt fortzusetzen. Zu Beginn der Reviewsitzung geben die Gutachter ein Statement zum generellen Eindruck des Prüflings ab. Danach werden die Aspekte abgearbeitet. Dazu tragen die Gutachter ihre jeweiligen Befunde vor und nehmen dann gemeinsam ein Gewichtung des Befundes vor. Nachdem alle Befunde vorgetragen und gewichtet wurden, geben die Gutachter eine Empfehlung ab:

  • akzeptiert
  • nicht akzeptiert


Zusätzlich sollte eine Bewertung erfolgen:

  • ohne Änderungen
  • mit kleinen Änderungen
  • mit Änderungen
  • mit einer kompletten Überarbeitung

3. Dritte Stunde

Im Anschluss an die eigentlich Reviewsitzung findet die sogenannte dritte Stunden statt. Da im Review nur Befunden vorgetragen werden sollen bietet die dritte Stunde Raum um Lösungsmöglichkeiten zu diskutieren. Im Gegensatz zum eigentlichen Review gibt es in der dritten Stunde keinerlei Regeln und es wird nicht protokolliert.

Korrektur und Freigabe

Nach der Reviewsitzung entscheidet der Manager auf Grundlage des Protokolls und der Empfehlung in welchem Umfang Korrekturen erforderlich sind. Je nach Umfang der Änderung kann danach eine erneute Review-Sitzung stattfinden, oder die Änderungen können von einem Gutachter oder dem Moderator uberprüft werden. Schließlich wird der Prüfling vom Manager freigegeben.


Reviewaspekte

R1 Vollständigkeit

R1.1 Einleitung (Zweck des Dokuments, Leserkreis, Uberblick uber das Projekt, ...)

R1.2 Use Cases, Funktionen (Sind alle in der Anforderungsanalyse entdeckten Abläufe durch Use Cases abgedeckt bzw. alle entdeckten Funktionen beschrieben?)

R1.3 Produkt-Qualität (Bedienbarkeit, Wartbarkeit, Zuverlässigkeit, ...)

R1.4 Mengengerüst

R1.5 Benutzungsoberfläche

R1.6 Systemumgebung und Akteure

R1.7 Entwurfs- und Implementierungseinschränkungen durch die Spezifikation

R1.8 Erweiterbarkeit des Systems

R2 Eigenschaften einzelner Teile

R2.1 Beschreibt jeder Use-Case eine Sequenz von Aktionen und Reaktionen zwischen System und Akteur?

R2.2 Sind alle Anforderungen überprüfbar und eindeutig formuliert, kann also zu jeder Anforderung ein Testfall entwickelt werden, der die Einhaltung überprüft?

R2.3 Sind die Beschreibung und die Abbildung der Benutzungsoberfläche verständlich und eindeutig?

R2.4 Sind verwendete Beispiele und generisch Beschriebene Abläufe geeignet und repräsentativ?

R3 Allgemeine Eigenschaften

R3.1 Gibt es widersprüchliche bzw. redundante Aussagen in der Spezifikation?

R3.2 Sind alle potentiell mehrdeutigen Begriffe im Begriffslexikon definiert und wurde die Definition überall konsistent verwendet?

R3.3 Sind verwendete Begriffe und Strukturen nachvollziehbar?

Persönliche Erfahrung

Reviews sind das Instrument um die Qualität von Dokumenten zu verbessern. Der nicht unerheblich Aufwand zahlt sich in jedem Fall aus. Anfängliche Schwierigkeiten bei der Einführung von Reviews sind normal und man sollte sich nicht davon abhalten lassen Reviews durchzuführen. Gute Erfahrungen wurden in meinem Studienprojekt Team damit gemacht vor einem Review eine Inspektion durchzuführen um ganz offensichtliche Fehler (z.B. Rechtschreibfehler), die in der Reviewsitzung viel Zeit kosten, vorher auszumerzen.

Protokoll-Formular

Persönliche Werkzeuge